Iga Swiatek Interview Porsche Tennis Grand Prix 2022

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Seit zwei Wochen führt die Polin Iga Swiatek die WTA-Weltrangliste an. Dazu ist sie seit 19 Spielen ungeschlagen. Druck verspürt die 20-Jährige deshalb aber keinen – auch dank ihrer intensiven Zusammenarbeit mit einer Sportpsychologin. Das sagt die Debütantin beim Porsche Tennis Grand Prix über…

…ihren ersten Eindruck vom Turnierschauplatz und dem Centre-Court:
„Die Porsche-Arena und das Drumherum sind beeindruckend. Ich liebe es! Und obwohl ich bereits so viel Gutes von diesem Turnier gehört hatte, war ich positiv überrascht. Alles sieht sehr schön aus. Was den Platz betrifft: Ich glaube, da brauche ich noch zwei Trainingseinheiten, um mich komplett an den Belag zu gewöhnen. Normalerweise geht die Umstellung von Hart- zu Sandplatz bei mir aber ziemlich schnell. Ich denke, ich werde bald bereit sein, und dann schauen wir mal, wie es läuft.“


…ihre Weltranglistenposition und wie lange sie diese halten möchte:
„Ehrlich gesagt mache ich mir darüber überhaupt keine Gedanken. Ich möchte mich auf mein nächstes Spiel und allgemein auf meine Ziele konzentrieren. Bisher war ich ja nie in dieser Situation, ich kann also gar nicht wissen, wie lange ich an der Spitze bleiben werde. Mein Ziel ist es aber, so konstant wie möglich zu spielen – dann sehen wir weiter. Ich möchte mich auf die Arbeit konzentrieren, die ich in den letzten Wochen so gut gemacht habe, und noch viel besser werden.“

…das Gefühl, Weltranglistenerste zu sein:
„Es fühlt sich eigentlich an wie bisher auch. Die Plätze sind die gleichen und meine Gegnerinnen auch. Selbst meine Zielsetzung hat sich nicht geändert. Allerdings habe ich den Eindruck, dass mich die Menschen anders behandeln. Der Druck hat zugenommen und ich habe mehr Verpflichtungen abseits des Platzes. Auf dem Platz hat sich aber nichts geändert. Ich rede immer noch mit denselben Personen und habe die gleichen Freunde. Die kannten mich auch schon, als ich noch außerhalb der Top 100 war. Das gibt mir Sicherheit.“

…den Beginn der Sandplatzsaison und deren Herausforderungen:
„Es fällt mir nie wirklich schwer, den Belag zu wechseln. Natürlich ist es etwas herausfordernder, hier in Stuttgart zu spielen, weil ich bisher nie hier war und der Platz ein wenig rutschig ist. Aber ansonsten glaube ich, dass der Porsche Tennis Grand Prix genau zur richtigen Zeit kommt – nach den Hartplätzen in den USA und vor den Freiluftsandplätzen der anderen Turniere. Ich freue mich auf die Sandplatzsaison, auch wenn es anstrengend wird und ich physisch in einer guten Verfassung sein muss.“

…ihre Serie von 19 Siegen nacheinander:
„Für mich fühlt es sich nicht so an, als würde dadurch zusätzlicher Druck entstehen. Im Gegenteil: Mir gibt die Serie einen zusätzlichen Motivationsschub. Und wenn ich doch mal wieder ein Spiel verlieren sollte, wäre das auch nicht schlimm. Keine Serie dauert für immer an. So ist der Sport. Ich kann mich nur immer wieder auf mein nächstes Match vorbereiten und versuchen, dieses zu gewinnen.“

…ihre Zusammenarbeit mit einer Sportpsychologin:
„Als ich anfing, mit einer Psychologin zu arbeiten, sollte der Fokus ausschließlich auf Tennis liegen, auf den Dingen, die auf dem Platz passieren. Aber irgendwann realisierte ich, dass alles, was in meinem Leben passiert, meine Leistung beeinflusst. Seither fokussiere ich mich nicht mehr nur auf tennisspezifisches Mentaltraining, sondern arbeite generell an meiner mentalen Gesundheit.“