Tennis Turnier in Stuttgart April 2022 Ergebnisse Porsche Tennis Grand Prix

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Spektakuläre Ballwechsel, begeisterte Zuschauer und zahlreiche Topstars: Der fünfte Tag des 45. Porsche Tennis Grand Prix konnte sich sehen lassen. Vor 2.550 begeisterten Zuschauern in der Porsche-Arena hatte Lokalmatadorin Laura Siegemund daran entscheidenden Anteil: Die Spielerin aus dem Porsche Team Deutschland schlug im letzten Einzel des Tages die Slowenin Tamara Zidansek. Nicht ganz so erfreulich verlief der Auftritt von Porsche-Markenbotschafterin Angelique Kerber: Sie unterlag trotz einer starken kämpferischen Leistung der Weltranglistensechsten Anett Kontaveit aus Estland in drei Sätzen. Die Gewinnerin des Stuttgarter Traditionsturniers erhält einen Porsche Taycan GTS Sport Turismo.

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„Es war ein hartes Match, das am Ende leider mal wieder ein bisschen unglücklich für mich gelaufen ist. Ich habe jetzt die vergangenen drei Spiele alle im dritten Satz verloren. Das tut weh“, sagte Angelique Kerber nach dem 6:3, 4:6, 4:6. „Am Ende haben es wieder zwei, drei Punkte entschieden – leider nicht für mich. Natürlich ist man da ein bisschen enttäuscht.“ Die Siegerin zollte der zweimaligen Stuttgart-Gewinnerin dennoch Respekt: „Sie hat gutes Tennis gespielt und war sehr aggressiv. Zum Glück habe ich dann im zweiten Satz zunehmend meinen Rhythmus gefunden und mich immer besser auf den Sandplatz eingestellt.“


Für ein Highlight in der Porsche-Arena sorgte Laura Siegemund. Die Stuttgart-Siegerin von 2017, die eine Wildcard für das Hauptfeld erhalten hatte, ließ Tamara Zidansek aus Slowenien zum Tagesabschluss keine Chance und siegte souverän mit 6:3, 6:3. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel mir dieser Sieg bedeutet – obwohl es nur eine erste Runde war. Ich bin einfach so froh, dass ich überhaupt wieder spielen kann. Es bedeutet mir so viel, wieder hier vor euch spielen zu dürfen“, sagte Siegemund in Richtung der auch zu später Stunde noch zahlreich anwesenden Zuschauer. „Ich hatte in letzter Zeit nicht viele Einzel-Matches und wusste nicht, wo ich stehe. Dann habe ich in den ersten Spielen aber gleich gemerkt, dass es heute mal wieder läuft. Ich glaube, aus diesem Sieg kann ich viel Selbstvertrauen ziehen.“

Für Eva Lys, die nach zwei Erfolgen in der Qualifikation erstmals im Hauptfeld eines WTA-Turniers stand und dort mit einem weiteren Sieg für die erste große Überraschung beim Porsche Tennis Grand Prix gesorgt hatte, ging das Turnier am Mittwoch zu Ende. Die 20-jährige Nachwuchsspielerin aus dem Porsche Talent Team war im Achtelfinale gegen Iga Swiatek trotz eines beherzten Auftritts chancenlos. Die polnische Weltranglistenerste gewann ihr allererstes Match in Stuttgart 6:1, 6:1. „Eva hat um jeden Punkt gekämpft, deshalb war es nicht leicht für mich. Obwohl ich sie ziemlich unter Druck gesetzt habe, hat sie immer wieder mit starken Schlägen geantwortet“, lobte sie ihre Gegnerin. „Ich musste deshalb sehr geduldig spielen“, sagte Swiatek über die amtierende Deutsche Meisterin. Eva Lys genoss auch den letzten Tag ihrer ereignisreichen Turnierwoche in vollen Zügen. „Ich war sehr froh, dass ich heute mit der Nummer 1 der Welt auf dem Platz stehen durfte“, sagte sie. „Es war unglaublich, sich mit so einer Spielerin messen zu dürfen – obwohl mich ihre Intensität von der ersten Sekunde an weggehauen hat. Und trotzdem hatte ich Momente, in denen ich mein Tennis durchsetzen und mitspielen konnte. Das gibt mir viel Selbstvertrauen.“

Eine erfolgreiche Premiere in der Porsche-Arena feierte auch Emma Raducanu. Allzu lange konnte sie ihren ersten Auftritt allerdings nicht genießen. Die 19-jährige Britin, 2021 Gewinnerin der US Open und seit März Porsche-Markenbotschafterin, behauptete sich ohne allzu große Mühe mit 6:1, 6:2 gegen die australische Qualifikantin Storm Sanders. „Das Match war nicht so einfach, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Wir hatten viele enge Spiele, die über Einstand gingen“, sagte sie nach ihrem ersten Sandplatzsieg auf der WTA Tour. „Umso glücklicher bin ich, eine Runde weiter zu sein und die Chance zu bekommen, in den nächsten Tagen noch mehr Erfahrungen auf Sand zu sammeln. Aktuell genieße ich es einfach, Tennis zu spielen.“

Im ersten Match des Tages setzte sich die Weltranglistensiebte Karolina Pliskova (Tschechin) im Duell der Stuttgart-Siegerinnen von 2018 und 2019 gegen ihre Landsfrau Petra Kvitova durch. Sie verwandelte nach 2:23 Stunden ihren ersten Matchball zum hart umkämpften 6:4, 4:6, 7:6. „Im ersten Satz waren wir beide ein bisschen nervös, haben zu viele Fehler gemacht. Unser bestes Tennis haben wir dann im dritten Satz gezeigt und hatten wirklich einige gute Ballwechsel. Dennoch war es ein schwieriges Match, weil es ständig hin und her ging“, analysierte sie. „Petra ist eine großartige Spielerin, die aus jeder Position auf dem Platz punkten kann. Sie ist keine Spielerin, auf die man in der ersten Runde eines Turniers treffen möchte.“

In der Doppel-Konkurrenz waren am Mittwoch Jule Niemeier und Nastasja Schunk aus dem Porsche Talent Team im Einsatz. Die Nachwuchsspielerinnen mussten sich Alicja Rosolska (Polen) und Erin Routliffe (Neuseeland) mit 4:6, 3:6 geschlagen geben.

Sechs Top-10-Spielerinnen im Einsatz
Der Blick auf den Spielplan für Donnerstag zeigt, wie hochklassig das Stuttgarter Traditionsturnier auch in diesem Jahr wieder besetzt ist. Dadurch wird es eng auf dem Centre-Court der Porsche-Arena, weshalb mit Ons Jabeur (Nr. 10) und Karolina Pliskova (Nr. 7) gleich zwei Top-10-Spielerinnen auf den kleineren Court 1 ausweichen müssen. Die Tunesierin Jabeur spielt nicht vor 14.00 Uhr gegen Daria Kasatkina, Karolina Pliskova steht im Anschluss Liudmila Samsonova gegenüber.

Im ersten Match auf dem Centre-Court in der Porsche-Arena greift um 12.30 Uhr die Weltranglistendritte Paula Badose (Spanien) ins Turniergeschehen ein. Sie spielt gegen die Kasachin Elena Rybakina um einen Platz im Viertelfinale. Direkt im Anschluss schlägt Bianca Andreescu aus Kanada in ihrem zweiten Match nach ihrer viereinhalb Monate langen Pause auf. Die US-Open-Siegerin von 2019 trifft auf Vorjahresfinalistin Aryna Sabalenka. Die Partien mit deutscher Beteiligung beginnen nicht vor 17.00 Uhr. Zuerst spielt Laura Siegemund aus dem Porsche Team Deutschland gegen die Griechin Maria Sakkari, ehe es Lucky Loser Tamara Korpatsch nicht vor 18.30 Uhr mit Porsche-Markenbotschafterin Emma Raducanu (Großbritanien) zu tun bekommt. Zum Abschluss des sechsten Turniertages auf dem Centre-Court geht es für Kerber-Bezwingerin Anett Kontaveit (Estland) gegen Ekaterina Alexandrova.