Programm Berlin Art Week 2019

Das Programm der Berlin Art Week 2019 im Tagesüberblick. Der Auftakt der Berlin Art Week 2019 am Mittwoch steht ganz im Zeichen der stadtweiten Eröffnungen in den Museen und Ausstellungshäusern, u.a. mit den Eröffnungen von ›Kirchner · Richter · Burgert‹ im me Collectors Room sowie von Tobias Dostal im Haus am Lützowplatz und Iman Issa in der daadgalerie. Den Fokus auf Videokunst legt die Ausstellung ›Magic Media—Media Magic‹ in der Akademie der Künste, die einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Videokunst aus dem Archiv Wulf Herzogenrath gibt. Im Schinkel Pavillon zeigt Christopher Kulendran Thomas in Zusammenarbeit mit Annika Kuhlmann mit ›Ground Zero‹ einen filmischen Kommentar zur Frage, was es bedeutet ›menschlich‹ zu sein in einer Welt der künstlichen Intelligenz. In der mobilen Kuppel der Berliner Festspiele/Immersion im Kreuzberger Stadtraum können Besucherinnen ab Mittwoch in die eigens produzierte Videoarbeit ›Elektra‹ des Künstlerinnenkollektivs Metahaven eintauchen.

Im Kontext des 30. Jahrestags des Mauerfalls beschäftigen sich verschiedene Ausstellungen mit den gesellschaftlichen, politischen und urbanen Entwicklungen seit 1989. Die Gruppenausstellung ›Durch Mauern
gehen‹ im Gropius Bau zeigt künstlerische Reaktionen auf von Menschen geschaffene Grenzen, Mauern und Barrieren, während der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) mit ›1989—2019: Politik des Raums im Neuen Berlin‹ die architektonischen und stadtpolitischen Entwicklung seit dem Mauerfall aufzeigt und den Mythos Berlin hinterfragt. Bettina Pousttchi wird die Berlinische Galerie u.a. durch die Gestaltung der Außenfassade im Eingangsbereich mit der Nachbarschaft in Beziehung setzen. Am Alexanderplatz füllt sich das seit Jahren leerstehende Haus der Statistik zur Berlin Art Week mit Leben. Für das Kooperationsprojekt Statista im Haus der Statistik entwickeln verschiedene Künstlerinnenkollektive Portotypen für eine auf Gemeingütern basierende Stadtgesellschaft. Inmitten der Baustelle werden der Hof und einige Bereiche im Innern des Haus der Statistik am Mittwochabend erstmalig nach zehnjährigem Leerstand für Besucherinnen zugänglich sein.

Donnerstag, 12 September

Ab Donnerstag geben zwei Kunstmessen auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst. An der dritten Ausgabe der art berlin nehmen 110 internationale und nationale Galerien teil, die ihre Künstlerinnen in den Hangars 5 und 6 präsentieren. Starke Einzelpositionen und kuratierte Schwerpunkte gibt es bei den ›Special Projects‹ zu entdecken; der ›Salon‹ stellt aufstrebende Plattformen und Projekträume vor. Das umfangreiche 4-tägige Beiprogramm der art berlin umfasst dazu ein Videoprogramm, Performances und Talks. Die Positions Berlin Art Fair zeigt auf ihrer sechsten Ausgabe im Hangar 4 mit 69 nationalen und internationalen Galerien ebenfalls ein breites Spektrum an zeitgenössischer und moderner Kunst. Die kuratierte Sonderausstellung ›Selected Positions‹ bietet auch angehenden Sammlerinnen einen Einstieg in den Kunstmarkt. Im Hamburger Bahnhof wird der Preis der Nationalgalerie an eine junge, relevante Position der Gegenwartskunst verliehen. Zudem eröffnet C/O Berlin die Ausstellung ›No Photos on the Dance Floor! Berlin 1989—Today‹, die die Berliner Clubkultur multimedial beleuchtet und am Abend mit einer einer Clubnacht live erfahrbar macht.

Freitag, 13 September

Am Freitag eröffnen die Gegenüberstellungen ›The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue‹ in den KW Institute for Contemporary Art sowie ›Pablo Picasso x Thomas Scheibitz‹ im Museum Berggruen.
Sinnlich olfaktorische Kunst lässt sich in der Ausstellung ›Hyperdrüse‹ von Anna Virnich in der Schering Stiftung erleben. Zudem erweitern abends die Ausstellungseröffnungen in den Berliner Galerien das vielfältige Programm der Kunstwoche. Die an der art berlin teilnehmenden Galerien zeigen u.a. Künstler*innen wie Carl Andre, Yael Bartana, Anne Collier, Bernhard Martin oder Laure Prouvost. Auf der ›Friday Night Positions‹ öffnen die an der Positions Berlin Art Fair teilnehmenden Galerien ebenfalls abends ihre Ausstellungen. Zwei Preisverleihungen runden das Programm der Berlin Art Week am Freitag ab: Der VBKI-Preis Berliner Galerien wird für eine besonders gelungene Ausstellungspräsentation an eine Nachwuchsgalerie vergeben. Mit dem Project Space Art Award werden am Abend die 20 Projekträume und –initiativen ausgezeichnet.

Samstag/Sonntag, 14—15 September
Das Wochenende beginnt mit dem Veranstaltungsprogramm ›Körper lesen! Corpoliteracy in Kunst, Bildung und Alltag‹ im Haus der Kulturen der Welt. Bis Sonntag finden hier Performances, Workshops und Diskurse statt, die den Körper als komplexes Zeichensystem zu entschlüsseln suchen. Ab Samstag zeigt das Kindl—Zentrum für zeitgenössische Kunst mit ›Sugar‹ eine Ausstellung des Videokünstlers Bjørn Melhus, der die unterschiedlichen und oft bizarren Figuren seiner Filme stets selbst verkörpert. Außerdem startet die Reihe ›Kunst im Untergrund. Up in Arms‹ der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) mit künstlerischen Interventionen gegen die Rüstungsindustrie auf den U-Bahnhöfen Stadtmitte, Platz der Luftbrücke und Paradestraße. Über das Wochenende bilden auch die 15 Privatsammlungen einen attraktiven Anlaufpunkt. Viele von ihnen öffnen exklusiv zur Berlin Art Week ihre privaten Räume für Besucherinnen und bieten Führungen durch ihre hochkarätigen Sammlungen an. Auch die 20 Projekträume und -initiativen haben über das Wochenende geöffnet. Zudem organisiert das Netzwerk Berliner Projekträume und –initiativen am Sonntag kostenlose Fahrradtouren zu den Preisträgerinnen des Project Space Art Awards. In Kooperation mit niche Berlin bietet die Berlin Art Week am Samstag geführte Touren zu unterschiedlichen Ausstellungsorten an. Und in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird zum sechsten Mal der Berlin Art Prize vergeben.

Die Berlin Art Week ist ein Projekt von Kulturprojekte Berlin. Sie wird ermöglicht durch die Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Die Realisierung erfolgt mit Unterstützung der GASAG AG.