Coronavirus in Deutschland Kommentar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

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Coronavirus in Deutschland. Die vier ersten Patienten in Deutschland waren in Bayern am Mittwoch, 29 Januar, nach Angaben des behandelnden Chefarztes Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing symptomfrei und in klinisch gutem Zustand. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, gegenüber der RTL/ntv Redaktion zur Situation in Deutschland und die geplanten Maßnahmen:

… müssen wir uns Sorgen machen?

Nein, wir müssen wachsam sein. Wir sind gut vorbereitet, aber Anlass für übertriebene Sorge besteht nicht, weil genau die Abläufe in Bayern zeigen, wie gut wir vorbereitet sind, die bayrischen Behörden sehr umsichtig damit umgehen, sehr sorgfältig schauen welche Kontakte es in den letzten Tagen gab. Sodass wir eben sehr Frühzeiten sehen können, was dort genau im Kontakt mit wem, passiert ist. Nach derzeitigem Stand geht es den vier Patienten relativ gut, der Verlauf scheint milde zu sein und auch das ist eine gute Nachricht.

… wann würden Sie sich Sorgen machen?
Es geht darum, dass wir die Dinge richtig einordnen, dass wir vor allem im internationalen, im europäischen Kontakt uns austauschen, was passiert, was in China passiert, was in Europa passiert: Dass wir uns zwischen Bund und Ländern, ich habe gestern mit den Gesundheitsministern der Länder in einer Telefonkonferenz gesprochen, gut abstimmen und schlicht und ergreifend über alles, was wir wissen, auch gut informieren, wenn es um die Frage geht, was für ein Virus das ist, wie er übertragen wird, wie er sich weiter entwickelt, aber eben auch über Infektionen in Deutschland und Europa. Was mir am meisten Sorgen macht, sind Verschwörungstheorien aller Art, die man in den sozialen Medien sieht. Deswegen gehen wir mit größtmöglicher Transparenz da auch vor.

… Die Bundeswehr soll nach China fliegen und Deutsche aus Wuhan rausholen. Wann wird denn der Flieger starten?

Der Flieger wird in den nächsten Tagen starten. Wir versuchen es schnellstmöglich. Das Auswertige Amt, wir Bundesministerium für Gesundheit, andere Ministerin und natürlich die Behörden in Hessen, wo der Flieger in Frankfurt landen soll, müssen das sehr eng miteinander abstimmen. Aber eben auch mit den chinesischen Behörden. Ziel ist es, es schnellstmöglich möglich zu machen, aber eben auch gut vorbereitet.

… Im Internet kursieren gerade eine Reihe von absurden Verschwörungstheorien. Zum Beispiel Videos, die angeblich Infizierte zeigen, die einfach umfallen. Wie sind die aus Ihrer Sicht einzuordnen?

Das ist alles mit Vorsicht zu genießen. Gerade in sozialen Medien sind viele mit ganz eigenen Interessen unterwegs, die Bürgerinnen und Bürger verunsichern wollen. Die auch zum Teil, hat man den Eindruck, von außen oder von innen fast schon uns in unserer Debatte, in der Gesellschaft zersetzten wollen. Deswegen setzten wir sehr stark auf Transparenz auch unsererseits. Wir haben auf den Seiten unseres Ministeriums des Robert Koch Institutes der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung sehr ausführliche Informationen und wir versuchen, alles, was wir an Informationen über den Virus haben, schnellstmöglich bekannt zu machen. Ein Thema ist natürlich immer auch der Austausch mit den chinesischen Behörden. Es ist halt schwer, immer auch nachzuvollziehen, welches Video ist jetzt echt, welches wurde tatsächlich wo gedreht, wenn im Netz was auftaucht. Und deswegen kann ich alle Bürgerinnen und Bürger nur ermuntern und auch ein wenig auffordern, sich jenseits der sozialen Medien, die es da zum Teil gibt, auch auf den offiziellen Seiten zu informieren.

Quelle: RTL/ntv Redaktion.

Jens Spahn
Foto: TVNOW