Boxen Simon Zachenhuber, William Scull, Evgeny Shvedenko 2 Juli 2022 Kämpfe in Erding Ergebnisse

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Die Kulisse, die Simon Zachenhuber am vergangenen Samstagabend in der Stadtwerke Erding Arena willkommen hieß, war beeindruckend. Knapp 2.000 Fans auf den Rängen und direkt am Ring feierten ihren Simon im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten. Und der Erdinger lieferte im Gegenzug eine großartige Vorstellung im Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht. Mit dem Franzosen Mbemba Miesi hatte der Mittelgewichtler aus dem Team von Fächer Sportmanagement den vermutlich härtesten Prüfstein seiner Karriere vor den Fäusten. Beide begannen routiniert, tasteten sich ab. Immer mehr entwickelte sich ein harter Fight, in dem der Lokalmatador sich zwar immer wieder Vorteile erarbeiten konnte, die Gegenwehr des zähen Fighters Miesi brach aber bis zuletzt nicht. Im Ergebnis sahen die Punktrichter einen einstimmigen Punktsieg für Zachenhuber und die Zuschauer ein mehr als würdiges Highlight eines großen Boxfestes im Münchener Norden.

Scull besiegt Shvedenko

Direkt zuvor standen sich die beiden Supermittelgewichtler der gemeinsam veranstaltenden Boxställe, Fächer Sportmanagement und Agon Sports & Events, Evgeny Shvedenko und William Scull gegenüber. Beim Endausscheider der IBF ging es um die Position des künftigen Pflichtherausforderers des Weltmeisters. Shvedenko merkte man durchaus an, dass er, bedingt durch ganze vier Kampfabsagen im letzten Jahr, über 18 Monate lang nicht mehr im Ring stand. Ein Faktor, der gegen einen klasse Gegner wie William Scull zur gefährlichen Hypothek werden kann. Dennoch lieferten sich die beiden ein technisch hochkarätiges Duell über die volle Distanz. Am Ende fällten die Punktrichter ein überraschend deutliches Urteil zugunsten des Kubaners, der nun auf einen Fight gegen Megastar Canelo Alvarez hoffen darf.

Undercard mit bestem Boxsport

Auch die Undercard der ersten Erdinger Boxnacht bot alles, was das Herz eines Boxsportfans begehrt. In zwei engen Frauen-Fights zu Beginn des Abends, die beide über die volle Distanz gingen, konnten Kickboxerin Zsanett Szegfi und Delphine Mancini jeweils als Siegerinnen den Ring verlassen. Im Anschluss zeigte Fächer-Mittelgewichtler Andrii Velikovskyi einen dominanten Auftritt gegen den Rumänen Catalin Paraschiveanu, der in der sechsten Runde endete, nachdem Paraschiveanu vom jungen Wahl-Karlsruher wiederholt zu Boden geschickt wurde.
Einen engen Kampf lieferten sich danach die beiden Weltergewichtler Nathanael Lukoki und Batoura Guirassi aus Frankreich, den Lukoki einstimmig nach Punkten für sich entscheiden konnte.
Im zweiten Weltergewichtsfight des Abends stand dann der erste große Titel auf dem Spiel. Fächer-Boxer Karen Chukhadzhian, weltweit einer der Besten seiner Gewichtsklasse, verteidigte gegen den Australier Blake Minto seinen IBF Interconti-Titel. Einmal warmgelaufen zeigte Chukhadzhian seine ganze Klasse und erdrückte Minto mit seiner Dominanz. Ergebnis: TKO in Runde sechs.
Danach gab es Schwergewichtsboxen im Expressgang. Zwar dauerte der Kampf zwischen dem Kroaten Mario Jagatic und Agons Alexander Müller vom Berge nicht mal eine ganze Runde lang, doch bot er Einiges. Zunächst schickte Jagatic seinen jungen Gegner zu Boden. Der revanchierte sich aber wenige Sekunden später schlagkräftig und setzte damit dem Kampf ein frühes Ende.
Einen Auftritt, der jeden Boxfan mit der Zunge schnalzen lässt, lieferte danach der Karlsruher Supermittelgewichtler Petro Ivanov im Kampf um die IBF International Championship gegen Robert Talarek aus Polen. Der sympathische Ivanov zeigte Kombinationen der Extraklasse. In Runde vier war dies schließlich zu viel für Talarek und Ringrichter Robert Hoyle konnte Petro Ivanov den Gürtel des IBF International Champions anlegen.
Über vier Runden setzte sich im Anschluss Fächer-Youngster Tom Sander gegen Ivan Njegac durch, bevor mit Jack Culcay und Emanuele Cavallucci die letzte Partie der Undercard in den Ring stieg. In einem unterhaltsamen Fight konnte dabei „Golden Jack“ nach zehn Runden einen einstimmigen Punktsieg verbuchen, bevor der Ring den zwei Main-Events gehörte.

Erding empfing die erste Erdinger Boxnacht mit einer kochenden Halle und elektrisierender Stimmung und bekam dafür eine unterhaltsame Show mit Weltklasse-Sport und gefeierten Lokal Heroes – Beste Werbung für den Boxsport und auch für die Sportstadt Erding.