Angelique Kerber Wimbledon 2019 RTL Interview

Angelique Kerber möchte unbedingt ihren Wimbledon-Sieg aus dem Vorjahr verteidigen. Sie fühle sich gut, brauche aber noch ein bisschen, um bei 100 Prozent zu sein. Das sagte die derzeit 6. der Tennis-Weltrangliste heute in einem exklusiven Interview mit “RTL Aktuell”.

Sportreporter Felix Görner traf die 31-Jährige dazu auf Mallorca, wo sie sich derzeit bei einem Rasenturnier auf den am 1. Juli beginnenden Grand-Slam-Klassiker in London vorbereitet. Im Interview spricht “Angie” u.a. auch über ihre Liebe zum Rasentennis, Emotionen auf dem Platz, ihre Ziele bei den Olympischen Spielen in Tokio und die weitere Karriereplanung.

Bei Verwendung der Zitate Quellenhinweis “RTL Aktuell” beachten!

Angelique Kerber über… …
… die Vorbereitung auf Wimbledon: “Ich freue mich riesig auf Wimbledon. Es sind ja noch ein paar Wochen hin, ich fange hier in Mallorca an, mich auf Rasen vorzubereiten. Ich freue mich natürlich, als Titelverteidigerin zurückzukommen. Ich glaube, das wird ganz Besonders – auch mit vielen Emotionen. Wimbledon ist mein Turnier, das wollte ich als kleines Kind immer gewinnen. Ich möchte dort meinen Titel verteidigen.”

… ihre aktuelle Form: “Ich brauche noch ein bisschen, um bei 100 Prozent zu sein. Deshalb spiele ich auch zwei Turniere vor Wimbledon. Aber ich fühle mich gut! Bei den ersten Einheiten auf Rasen habe ich mich wie Zuhause gefühlt. Ich bereite mich so gut es geht vor und bin hoffentlich bei 100 Prozent, um in Wimbledon mein bestes Tennis spielen zu können.”

… ihre Stärke auf Rasen: “Der Rasen liegt mir einfach. Der Ball springt nicht zu hoch ab, ich kann mich sehr gut drauf bewegen, ich fühle mich gut. Ich glaube, mein Spiel passt genau richtig auf Rasen. Meine ganze Jugend habe ich auf Teppich gespielt und das kann man schon ein bisschen vergleichen.”

… ihre Schläge aus der tiefen Hocke: “Das ist ganz natürlich. Ich habe das schon als kleines Kind immer gemacht und niemand wusste, was das für ein Schlag ist – selbst ich nicht (lacht). Aber er funktioniert und das ist auch ein bisschen ein spezieller Kerber-Schlag.”

… Emotionen auf dem Platz: “Ich möchte halt gewinnen. Deshalb lasse ich auf dem Platz alles raus, so bin ich halt. Diese Emotionen haben mich auch dahin gebracht, wo ich bin und was ich geschafft habe. Trotzdem versuche ich, ein paar Emotionen nicht der Gegnerin zu zeigen. Aber das gehört zu mir und zu meinem Spiel. Ich habe auch nicht vor, das zu ändern. Auch das reden mit mir selbst ist ganz wichtig.”

… die Konkurrenz in Wimbledon: “Natürlich will mich jede schlagen, aber da freue ich mich auch drauf. Das gibt mir den Ansporn, alles aus mir herauszuholen. Aber jedes Match, jedes Jahr und jede Gegnerin ist anders.”

… die Wimbledon-Trophäe: “Die Wimbledon-Schale ist was ganz Besonderes für mich. Sie steht bei den anderen beiden Grand-Slam-Trophäen bei mir Zuhause – aber sie steht in der Mitte. Immer wenn ich drauf schaue kommen die Erinnerungen und Emotionen hoch.”

… die schwierige Phase zuletzt: “Das ist nicht einfach, wenn man in ein Loch fällt, verletzt ist, mit Rückschlägen umgehen muss. Aber das gehört dazu. Mich motiviert das immer. Ich versuche, stärker zurückzukommen. Das geht nur mit harter Arbeit und dem Glauben, zurückzukommen und nie aufzugeben, sondern das Beste aus sich herauszuholen.”

… die Aussicht auf ein Olympisches Mixed mit Alex Zverev in Tokio 2020: Es gibt die Möglichkeit, dass ich mit Alex in Tokio Mixed spiele. Aber ich muss noch ein bisschen mit ihm reden, denn den Matchball möchte ich dieses Mal verwandeln (lacht). Das wäre natürlich super schön, wir haben beim Hopman Cup sehr viel Spaß gehabt und ein gutes Mixed gespielt. Ich glaube, dass wir ein sehr, sehr starkes Team sind. Die Olympischen Spiele sind etwas ganz Besonderes, natürlich wäre eine Goldmedaille ein Traum – egal in welcher Disziplin.

… Verzicht und Stress eines Profis: “Reisen, Fliegen, jede Woche das Hotel zu wechseln – das zehrt an einem. Aber wenn man dann vor Ort ist, weiß man, wofür man es macht: für den Sport, für die Siege, für die Emotionen. Man muss viel verzichten und braucht gute Freunde, die das akzeptieren und Zuhause auf einen warten.”

… den weiteren Karriere-Plan: “Ich kann nicht sagen, wie lange ich noch spielen werde. Diesen Moment werde ich irgendwann spüren. Aber ich glaube, es sind noch einige Jahre, die vor mir liegen. Und ich habe ja auch noch große Ziele, deshalb werde ich mich auch noch nicht auf einen Zeitraum festlegen. Ich versuche gar nicht zu weit nach vorne zu schauen, sondern mich auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten – und das ist erstmal Wimbledon. Im Moment ist das Feuer noch da!”

Felix Görner, Angelique Kerber
Foto: TVNOW