Corona Krise in Deutschland – Krisenmanagement der Bundesregierung Umfrage 17 März 2020

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Das Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Krise wird von der Mehrheit der Bundesbürger (61 %) als sehr gut oder gut bewertet und damit etwas besser als noch vor knapp einer Woche.

Das ist das Ergebnis einer Forsa-Blitzumfrage im Auftrag von RTL und ntv. 37 Prozent der Befragten finden, die Bundesregierung leiste diesbezüglich weniger gute oder schlechte Arbeit. Dabei fällt auf, dass Ostdeutsche das Krisenmanagement insgesamt deutlich kritischer beurteilen als Westdeutsche. 36 Prozent der Menschen aus dem Osten des Landes bewerten die Arbeit als gut, im Westen folgen 58 Prozent dieser Beurteilung. Nur bei den Anhängern der AfD überwiegt der Anteil derer, die unzufrieden mit der bisherigen Arbeit der Bundesregierung in der Corona-Krise sind.

Eine Mehrheit von 64 Prozent hat nach wie vor den Eindruck, dass es bezüglich der Kompetenzen von Bund, Ländern und Gemeinden ein Durcheinander gibt. Trotz des Gesamteindrucks ist der Anteil derjenigen, die das Krisenmanagement von Bundesregierung, Ländern und Kommunen als gut koordiniert und miteinander abgestimmt empfinden, von 20 auf 33 Prozent leicht gestiegen. Parteiübergreifend überwiegt das Gefühl der Menschen, dass die Arbeit noch zu unkoordiniert abläuft.

Die Bundesregierung hat im Kampf gegen das Coronavirus zahlreiche Schutzmaßnahmen bereits umgesetzt. Jüngst führte dazu Bundesinnenminister Horst Seehofer Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zu Frankreich, Dänemark, Luxemburg, Österreich und der Schweiz ein. Die Verbreitung des Virus soll somit verlangsamt, die Gesundheitsversorgung sichergestellt und die wirtschaftlichen Folgen abgefedert werden. Eine Mehrheit von 80 Prozent der Bürger hält die Maßnahmen für angemessen und richtig. Nur 18 Prozent halten diese hingegen für unzureichend. Diese Ansicht überwiegt bei den Anhängern aller Parteien und in allen Bevölkerungsgruppen.

In schweren Krisen ist es wichtig, dass Politiker über Führungserfahrung und Durchsetzungsvermögen verfügen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Jens Spahn führen mit 51 bzw. 50 von 100 Punkten die Rangliste an. Den dritten Rang nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 49 Punkten ein. Auf den Plätzen 4 bis 6 folgen Bundesinnenminister Horst Seehofer (46 Punkte), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (45 Punkte) und Vizekanzler Olaf Scholz (43 Punkte). Alle anderen Politiker erhalten weniger als 40 Punkte. Am wenigsten Führungserfahrung und Durchsetzungskraft haben nach Einschätzung der Bürger diesbezüglich die beiden SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans (23 Punkte) und Saskia Esken (19 Punkte).

Über das Coronavirus kursieren gerade in Messenger-Diensten diverse Falschmeldungen, die für zusätzliche Panik unter den Bundesbürgern sorgen. 56 Prozent der Bürger sind der Meinung, dass die Bevölkerung in Sachen Corona gut von der Politik informiert wird, 42 Prozent finden, die Bevölkerung müsse besser informiert werden. Letzteres meinen vergleichsweise häufig die Ostdeutschen (51 Prozent) gegenüber den Westdeutschen (40 Prozent) und überwiegend die Anhänger der AfD (78 Prozent).

Die Ergebnisse der Forsa-Blitzumfrage werden heute in den Nachrichten- und Magazinsendungen von RTL und ntv aufgenommen.

Die Daten sind frei zur Veröffentlichung unter der Quellenangabe Forsa-Blitzumfrage im Auftrag von RTL und ntv.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa am 16. März 2020 im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 1.002 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.